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Definition Inkontinenz

Unter Inkontinenz versteht man den unwillkürlichen Abgang von Harn oder Stuhl, so spricht man also von Harn- oder Stuhlinkontinenz, die beide in unterschiedlicher Ausprägung vorliegen können.

Inkontinenz stellt für die Betroffenen eine starke psychische Belastung dar und führt zu massiven Einschränkungen im beruflichen und privaten  Alltag, wobei das Ausmaß der individuellen  Belastung oft unabhängig vom Grad der Inkontinenz ist. Leider schämen und scheuen sich die meisten Betroffenen  darüber zu sprechen, selbst der Hausarzt wird nicht ins Vertrauen gezogen! Inkontinenz ist immer noch ein Tabuthema. Dabei könnte ein großer Teil der Patienten  Hilfe erhalten, unter anderem indem sie Maßnahmen kennenlernen, wie sie mit ihrem Problem umgehen können.

Informieren Sie sich hier über die häufigsten  Inkontinenzformen, deren Ursache sowie möglichen Behandlungsarten. Es ist nie zu spät, damit zu beginnen.

Harninkontinenz

Häufigste Formen und Ursachen von Harninkontinenz:

  • Belastungs - oder Stressinkontinenz Symptome
    Unwillkürlicher Harnabgang in Form von Tropfen oder Spritzern bei Druckerhöhung im Bauchraum durch körperliche Belastung, Husten, Niesen, Lachen oder Heben. Ursachen: Übergewicht, Schädigung des Verschlussapparates (z.B. durch Operationen an Prostata oder Gebärmutter, nach Schwangerschaften), Blasensenkung, Bestrahlung im Beckenbereich, chronischer Husten, Bindegewebsschwäche, schwere körperliche Arbeit
  • Dranginkontinenz Symptome
    Harndrang kann nicht unterdrückt werden, sobald man den Drang verspürt, kommt es zum unwillkürlichen Harnabgang. Der Schließmuskel ist hierbei intakt. Ursachen: Blasenentzündungen, Tumore, Blasensteine, Prostatvergrößerung, neurologische Erkrankungen, Zuckerkrankheit)
  • Mischform aus Drang- und Belastungsinkontinenz
  • Überlaufinkontinenz Symptome
    Die Blase füllt sich. Obwohl ein hoher Drang verspürt wird, kann der Betroffene die Blase nicht leeren . Der Druck wird so groß, dass der Urin "überläuft", der Schließmuskel nachgibt und es kommt zum Dauerträufeln. Meist kann die Blase nicht komplett geleert werden. Ursachen: Verengungen des Blasenausgangs z.B. durch Prostatavergrößerung, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Neurologische Blasenentleerungsstörungen

Notwendige Untersuchungen:

durch den Hausarzt Anamnese, Inkontinenzfragebogen, Urinanalyse, körperliche Untersuchung, Ultraschall, Überweisung vom Hausarzt zu Fachärzten (Urologie, Gynäkologie, Neurologie) je nach Befund zur weiterführenden Diagnostik.

Stuhlinkontinenz

Von einer Stuhlinkontinenz wird gesprochen, wenn Darminhalt wie Luft, Schleim oder Stuhl unwillkürlich abgeht. Genaue Zahlen von Betroffenen sind nicht bekannt, da die meisten Menschen sich schämen und das Problem verschweigen. Frauen sind aus anatomischen Gründen häufiger betroffen als Männer.

Häufige Ursachen für Stuhlinkontinenz:

  • Schließmuskelschwäche, Schwäche der Beckenbodenmuskulatur (Nervenschädigung durch Wirbelsäulenprobleme, Geburten, neurologische Erkrankungen)
  • Verringerte Speicherkapazität des Mastdarms (Tumoren, Operationen wegen Karzinomen)
  • Vorfall des Mast- oder Enddarms
  • Ausgeprägte Hämorrhoiden, Durchfall, Verstopfung
  • Medikamente, Übergewicht, Alter

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Durch Hausarzt Anamnese, körperliche Untersuchung inklusiv rektaler Tastung. Je nach Befund Überweisung zu Fachärzten ( Proktologie, Gastroenterologie, Chirurgie, Radiologie, Neurologie) zur weiterführenden Diagnostik.